Dies ist die Website von Knicklicht - einer ehemaligen Bremer Gruppe für den kollektiven Umgang mit sexualisierter Gewalt.
Wir haben unsere Gruppe nach fünf Jahren im Sommer 2026 aufgelöst.
Die Gruppe Knicklicht ist 2021 aus einem überwiegend cis-männlichen Supportbündnis für den Feministischen Kampftag am 8. März hervorgegangen. Einige Personen wollten weiter feministische Politik machen und waren auf der Suche nach einer Praxis, die über den Support vom 8. März hinaus ging.
Nach Auseinandersetzungen mit vergangenen pro-feministischen Organisierungsversuchen von cis-Männern aus den 90er Jahren haben wir uns als Themenschwerpunkt den Umgang mit sexualisierter Gewalt in unseren linken Zusammenhängen gesetzt. Durch unsere Positionierung als cis-Männer schien es uns damals am naheliegendsten Verantwortung für den Umgang mit gewaltausübenden Personen zu übernehmen. Zu Beginn bestand unsere Arbeit in erster Linie in der Erarbeitung einer gemeinsamen Haltung und der Beschäftigung mit den Ansätzen von Transformative Justice und Community Accountability. Zwischen 2023 und 2025 begleiteten wir dann mehrere Prozesse mit gewaltausübenden Personen aus linken Kontexten in Bremen. In den geführten Prozessen haben wir viel gelernt und Erfahrungen gesammelt. Wir haben aber auch zunehmend unseren Fokus auf gewaltausübende Personen in Frage gestellt.
Wir haben uns gefragt, woher unsere Entscheidung kam diesen Schwerpunkt zu setzen und andere Inhalte und Schwerpunkte wie Betroffenenunterstützung nicht konkreter zu verfolgen. Wir haben unsere cis-männliche Gruppenzusammensetzung, entsprechende Leerstellen und Ausrichtung hinterfragt und uns mit Kritik an transformativen Prozessen mit gewaltausübenden Personen auseinandergesetzt.
Letztendlich sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir unsere Arbeit in der aktuellen Gruppenzusammensetzung und mit dem Fokus auf gewaltausübende Personen so nicht weiter machen wollen. Nach fünf Jahren gemeinsamer Arbeit haben wir die Gruppe Knicklicht daher im Sommer 2026 aufgelöst. Das Projekt Knicklicht haben wir abgeschlossen, aber mit unseren gesammelten Erfahrungen und Wissen gehen wir motiviert aus der gemeinsamen Arbeit heraus. Als Einzelpersonen oder in neuen Zusammensetzungen werden wir weiter zu sexualisierter Gewalt arbeiten.
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